Selbstverständlich, so möchte man meinen, sagt die Studie (bzw. Meta-Untersuchung) überhaupt gar nicht aus, was diverse Populärmedien ihr andichten wollen. Im Großen und Ganzen wurde der Nährwert und die Belastung mit Pestiziden untersucht, daneben wurden einige klinische Studien mit zum Gesundheitszustand unterschiedliche ernährter Kinder geprüft.
Beim Nährwert wurde kein großer Unterschied zwischen konventionell und biologisch angebautem Gemüse erkannt. Sollte das wirklich jemanden überraschen? Natürlich nicht, denn der Nährwert hängt vielmehr von Sorte und Anbaubedingungen wie Boden und Wetter ab, als vom Dünge und Schädlingsbekämpfungsaufwand, welche den größten Unterschied zwischen den beiden Anbaumethoden darstellen.
Allerdings wurden bei biologisch angebautem Gemüse weniger Pestizidrückstände festgestellt - und in der Folge auch weniger im Urin biologisch ernährter Kinder. Auch das kein Heureka-Moment, sondern logisch leicht nachvollziehbar. Wo keine Pestizide verwendet werden dürfen, sind sie auch nicht - abgesehen von der Umweltbelastung - in den Lebensmitteln. In der Veröffentlichung sichert man aber sofort zu, dass überall entsprechende Grenzwerte eingehalten werden. Super, wer bestimmt die eigentlich?
Bei tierischen Produkten fand man in biologisch erzeugten Lebensmitteln weniger Antibiotika. Auch hier ist die Ursache völlig einleuchtend. Was nicht verwendet wird, zeigt sich auch nicht in den Rückständen. Dementsprechend wurden auch weniger Antibiotika-resistente Keime auf Biofleisch gefunden. Eine klinische Bedeutung dieses Ergebnisses ist bisher unklar. Tatsache ist aber, dass immer mehr multiresistente Bakterien auftauchen und viele Antibiotika ihre Wirkung verlieren. Das dies eine ungünstige Entwicklung ist, leuchtet ein. Die konventionelle Landwirtschaft ist währenddessen einer der Großverbraucher von Antibiotika. Wer jetzt, um im Bilde zu bleiben, die Kuh über den Eimer stellt, dem brauche ich da nichts weiter zu zu sagen.
Das Fazit muss hier klar sein. Selbstverständlich sind Biolebensmittel gesünder! Warum sollte man sich freiwillig belasten? Bleibt nicht ein Restrisiko? Was, wenn Grenzwerte falsch veranschlagt wurden. Wer dann noch nicht ganz penibel in der Küche (und mithin auch nicht Vegetarier) ist, hat ratz-fatz Antibiotika-resistente Bakterien im Salat. Alles keine guten Aussichten.
Neben diesen Punkten sind zwei Dinge völlig klar. Einerseits ist das Risiko diverser Rückstände deutlich kleiner als das, welches aus Fehlernährung erwächst. Auch Biopommes machen fett und sind ungefähr so nahrhaft wie die Pappschale in der sie serviert werden. Eine gerne übersehene Tatsache. Andererseits sind Biolebensmittel aber einfach gut für das Gewissen. Das Grundwasser wird nicht durch übertriebenen Düngemitteleinsatz belastet, die Tiere sind glücklicher und man fördert keine Fabriklandwirtschaft, die die Landschaft verschandelt.